zum Inhalt

28. November 2006

Die Abenteuerliche Wortsuche (letzter Teil)

Wir haben es geschafft. Der letzte Teil (7) :

DIE ABENTEUERLICHE SUCHE NACH DEM FEHLENDEN WORT
7.Teil

(Was bisher geschah: Ein Wort fehlte und wurde gesucht.)

„Wer hätte gedacht, daß es sich um ein derart naheliegendes Wort handeln könnte?“ Kopfschüttelnd sah mich der Professor an. „Und dafür die ganze Zerstörung, die vielen Leichen… es ist traurig, oder?“ Ich nickte unbestimmt, aber der Professor war sowieso in seinen eigenen Gedanken gefangen. Nachdenklich starrte er auf die Papyrusrolle in seinem Schoß, ehe er sie mechanisch wieder zusammenrollte und vorsichtig in ihrem ziegenledernen Köcher verstaute. Ich betrachtete den Professor aufmerksam: er sah plötzlich uralt aus und wirkte zerbrechlich, wie die Schriftrolle, die er eben noch in seinen Händen gehalten hatte. Er drehte sich zu mir um, als hätte er meinen Blick gespürt, lächelte zerstreut und hielt den Köcher in die Höhe.

„Was hätte der Wortsucher nicht alles getan, um an diesen Papyrus zu kommen! Aber ich werde dafür sorgen, daß er ihn niemals in die Finger kriegt.“ Er holte plötzlich aus, um den Köcher ins Feuer zu werfen; doch mein Dolch steckte tief in seiner Brust, noch bevor er die Bewegung vollendet hatte. „Ihr…?!“ gurgelte er ungläubig. „Natürlich, Professor.“ Er lächelte. „Ich hatte so eine Ahnung….“ Dann wurden seine Augen starr, der Körper glitt schlaff zu Boden und ich zog den Köcher zitternd aus dem kraftlosen Griff seiner toten Hände.

Ich fühlte mich nicht als Verräter, sondern als Held; wievielen Gefahren hatte ich getrotzt, um mein Ziel zu erreichen? Nun aber mußte ich mich beeilen; bei Sonnenuntergang sollte ich ihm endlich begegnen, meinem Auftraggeber: dem Wortsucher.

„Nimm den Papyrus unter keinen Umständen aus seinem Köcher,“ hatte der mich gewarnt, „du würdest es nicht überleben!“
Lächerlich, dachte ich. Schließlich hat der Professor die Rolle sogar von Anfang bis Ende untersucht, ohne irgendwelche Anzeichen von Krankheit zu zeigen- da würde mir ein Blick sicherlich auch nicht schaden.

Neugierig betrachtete ich den Köcher. Der Verschluss war so einfach wie raffiniert: die Beine des Ziegenfelles waren gleichsam die Schnallen, die die Rolle zusammenhielten; sie waren über Kreuz verknotet. Direkt auf dem Knoten entdeckte ich Schriftzeichen, sie waren stark verwittert und kaum erkennbar; offenbar irgendwelche Hieroglyphen. Ich konnte ein Auge ausmachen, einen Vogel- und daneben einen Punkt, der aber ständig seine Form zu verändern schien. Verwundert rieb ich mir die Augen: nun begann der Punkt zu leuchten, smaragdgrün, und wuchs. Eine Stimme in meinem Kopf rief mir irgendetwas zu, es schien wichtig zu sein; aber ich konnte meinen Blick einfach nicht lösen von dem Punkt, der nun allerdings schon kein Punkt mehr war, sondern ein Licht… ein kleiner, hell strahlender Stern, der die gesamte Umgebung jetzt in sein unwirklich smaragdgrünes Licht tauchte. Wenn nur die anstrengende Stimme nicht wäre! Lauter und lauter rief sie in mir, brüllte mich an, doch noch immer war ich viel zu sehr mit dem Wunder vor meinen Augen beschäftigt. Was konnte es denn jetzt schon dringenderes geben? Plötzlich schlug mir eine stählerne Faust in den Magen. Schmerzerfüllt sank ich auf die Knie, um mich im heiligen Licht zu übergeben- ich war geblendet, aber ich hatte keinen Angreifer bemerkt. Doch durch den Schmerz war ich offenbar lange genug abgelenkt, um endlich zu verstehen, was in meinem Kopf nachhallte: es war eine Art Echo… das Echo von Worten, die ich vor kurzem gehört hatte. Ich musste mich aufs Äußerste konzentrieren, um sie zu verstehen; doch als es endlich soweit war, trafen sie mich mit der Wucht von Ziegelsteinen: „Ich hatte so eine Ahnung….“! Das waren die letzten Worte des sterbenden Professors gewesen. Jetzt verstand ich die Halluzinationen: der Professor hatte etwas geahnt und den Köcher vergiftet! Das war… das Ende….

Schweißgebadet wachte er auf. Schon wieder so ein alberner Traum! Den hatte er jetzt schon seit Wochen, genauer gesagt seit… seit er in jenem merkwürdigen Trödelladen in der Stadt diesen albernen Papyrus gefunden hatte. Der Verkäufer- übrigens ein extrem wohlriechender Mann, was umso mehr auffiel, als man in diesem unordentlichen Geschäft eher einen …nun, sagen wir ungepflegteren Menschen erwartet hätte- war über die Herkunft des Papyrus offenbar sehr genau informiert, fast schon zu genau, wie ihm jetzt schien.

„Ich nehme nicht an, daß der Herr bereit sein wird, hundertvierzig Dukaten auszugeben für dies unnachahmliche Manuskript?“ hatte der Kerl lauernd gefragt; ein geschickter Schachzug, der den Kauf natürlich unumgänglich machte. Wer gibt sich schon gerne die Blöße des Zögerns in solch einem Etablissement? –Schon am nächsten Tage jedoch hatte er die überstürzte Ausgabe bereut und war in die Straße zurückgekehrt, doch soviel er auch suchte: der Laden war nicht aufzufinden. Merkwürdigerweise konnte sich auch in den umliegenden Geschäften niemand an einen Trödelladen in der Umgebung erinnern.

Jetzt hing der Papyrus notgedrungen über seinem Schreibtisch an der Wand, und wenn ihn jemand danach fragte, brummte er etwas von „aus der Gegend des Toten Meeres, 500 vor Christi, angeblich“.

Da er nun schon wach war, zündete er eine Kerze an und stand auf, um den Gegenstand seines Traumes erneut anzugucken. „Seltsam“, dachte er zum wiederholten Male, „so eine große Schriftrolle- und dann steht nur ein einziges Wort darauf.“

Der Erzähler spuckte aus und schwieg. „Ja, und? Wie geht’s weiter?!“ fragte ihn sein Publikum: ein leuchtender Widder und ein goldener Ellenbogen.

„Überhaupt nicht. Dies ist das Ende der Geschichte, so wie sie mein Vater mir erzählt hat, und so, wie er sie von seinem Vater erzählt bekam, und jener von meinem Urgroßvater und so weiter zurück bis zum Anbeginn aller Zeiten.“ Er stand auf, nahm einen Zug aus seinem Kelch und räusperte sich.

„Ja, aber… das Wort?!“

„Hmm.“ Der Erzähler kratzte sich am Kopf. „Ich habe mir lange den Kopf darüber zerbrochen, was zum Henker nun auf jenem Manuskript gestanden haben könnte… es gab auch ein paar Andeutungen in meiner Familie, hier und da. Ich glaube, ich habe die Lösung gefunden… eigentlich ist es ganz logisch. Ja,“ er wandte ich zum Gehen, „ich denke, ihr werdet sie auch finden.“

„Gib uns wenigstens einen Hinweis!“, bettelten die beiden- doch zu spät. Der Erzähler hatte sich schon in seine Dimension zurückgezogen.

Die beiden guckten sich beleidigt an, wobei das dem Widder deutlich leichter fiel als dem Ellenbogen. „Elli“ hatte ihn der Widder bei ihrem ersten Treffen getauft, und sich als „Widdi“ vorgestellt. Nun sahen sich Elli und Widdi also –wie bereits erwähnt- beleidigt an, und Widdi sagte: „Ick finds echt blöd, so ne sinnlose Geschichte ohne Lösung! Da hat er sich voll billich ausser Affäre gezogn, der alte Erzählerman, oda?“

„Nun, ich sehe es nicht ganz so wie du.“, entgegenete Elli, der- im Gegensatz zu Widdi- immer sehr um korrekte Satzbildung bemüht war und die ewige „Jugendspeake“ von Widdi auch eher albern und aufgesetzt fand. „Immerhin hat der Erzähler uns wie versprochen die Zeit vertrieben, und etwas gelernt habe ich zumindest auch aus seiner Geschichte…“

„Ach ja? Und dit wäre? Laß mir raten: Ein Wortsucha macht noch keen` Somma?“ Widdi lachte, was bei ihm immer eher wie ein Meckern klang.

„Laß gut sein, Widdi, alter Freund- komm, wir ziehen hinaus in die Welt und suchen das nächste Abenteuer!“ Elli hakte Widdi unter (das konnte er gut; Unterhaken war geradezu seine Spezialität! - hinter seinem Rücken nannte Widdi ihn manchmal sogar „Haki Popaki, se King of Unterhaking“, und alle wußten sofort, wer gemeint war) und die beiden zogen fröhlich von dannen. Und wenn sie nicht gestorben sind (wovon nicht auszugehen ist, handelt es sich doch bei beiden um fiktive Figuren), dann sind sie noch heute unterwegs auf der Suche nach dem nächsten „Kick“, wie Widdi es nennt.

ENDE
28.11.2006, 18:44 | fu(lkig) (MannMannMann, DAS war ja vielleicht was! SO ein langer Eintrag, und alles mit nur einem kliiiitzekleinen Schälchen Reis, Baby)

us card accept credit instantcredit card accept solicitationsloan credit bad 2nd mortgagewith card account accept phone creditagencies reporting credit 3 scoresfor 6 credits bad cardsapply accept credit for cardonline card accept card credit credit Map

Einen Kommentar schreiben