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18. März 2020

FU meldet sich im Gästebuch aus der freiwilligen Quarantäne!

Guten Morgen aus der freiwilligen Quarantäne!
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Ich hoffe, ihr seid alle gesund?
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Wie dramatisch die Situation gerade ist, wisst ihr selber, aber jetzt den Kopf hängen zu lassen hilft auch nicht weiter. Ob jemand bei der Arbeit Übermenschliches leistet oder gerade um die eigene Existenz kämpft - es sind (zumindest für die jetzt lebenden Generationen) nie dagewesene Zeiten.
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Keiner weiß, wie lange dieser Ausnahmezustand dauern wird, und erst recht nicht, wie die Welt danach aussieht - am allerwenigsten gewisse Gitarristen aus Berlin (auuus Berlin).
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Aber in der Zwischenzeit habe ich ein paar Vorschläge, wie die Wartezeit vielleicht sinnvoll genutzt werden kann.
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Wie gerade deutlich wird, ist Gesundheit mit das Wichtigste, was wir haben. Nicht nur die körperliche, auch die geistige - und bei den ganzen Katastrophenmeldungen, die die Medien genüsslich im Minutentakt raushauen, müssen wir uns davor hüten, depressiv zu werden.
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Fangen wir mit der körperlichen Gesundheit an: Sport kann man überall treiben, auch mit Kindern, und auch in kleinen Mietwohnungen mit gereizten Nachbarn. Ein paar Planken, Situps und Liegestütze über den Tag verteilt, täglich etwas steigern - das ist leise und gibt Kraft. Und apropos Nachbarn: da wir alle im selben Boot sitzen, kann man den anderen Hausbewohnern zum Beispiel Hilfe bei den Einkäufen anbieten (Nudeln und Klopapier, natürlich).
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Wer Platz hat und Lärm machen kann, sollte sich ein ehrgeizigeres Programm zusammenstellen; ich persönlich liebe Heavy Metal beim Training. Und Ausflüge mit dem Fahrrad, solange das noch geht.
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Für die geistige Gesundheit empfehle ich strenge Regeln, was den Nachrichtenkonsum angeht: keine News im Bett oder kurz vor dem Schlafengehen; das gibt nur unruhige Träume. Lieber ein lustiges Buch lesen (Scharnow? Na klar!), oder für die Fernsehjunkies: eine Komödie gucken.
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Aber das ist erst der Anfang. Schließlich kann man mit der ungeplanten Freizeit noch viel mehr anfangen:
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Lernen! Was man immer schon wissen wollte, aber bisher auf die lange Bank geschoben hat: Jetzt ist die Zeit gekommen. (Ich versuche gerade, mir eine neue Sprache beizubringen - jeden Tag eine halbe Stunde, das schadet sicher nicht.)
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Lesen! Die Auswahl ist riesig. Ob Roman oder Geschichtsbuch, ob Gedichtband oder Reiseführer, ob Klassiker oder Modernes - ich halte es mit Tucholsky: “Man muß nicht alles so genau verstehen, lesen genügt auch.” (Da ich lange keine Empfehlungen gegeben habe, hier ein paar mehr oder weniger aktuelle: “Enlightenment now!” von Steven Pinker, “Tyll” von Daniel Kehlmann, “Everybody lies” von Seth Stephens Davidowitz, “Ramones” von Flo Hayler.)
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Lieben! (Äh… platonisch…?)
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Und schließlich: Träumen! Vielleicht kann man diese Situation auch als ein großes Zurücksetzen betrachten: In was für einer Welt wollen wir leben? Was ist wirklich wichtig? Wie wollen wir miteinander umgehen? Falls tatsächlich hinterher nichts mehr ist, wie es vorher war, falls wir tatsächlich in vielen Dingen von vorne anfangen müssen - dann können und sollten wir es besser machen.
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Egal, wie schlimm das jetzt wird: Irgendwann geht auch dieser Mist vorbei. Und wenn wir dann (endlich!) wieder auf Tour gehen, feiern wir nicht nur den Abend, die Musik und das Miteinander - wir feiern das Leben. Aber sowas von!
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Und darauf freut sich schon jetzt:
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Euer
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fu
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18.03.2020, 08:27 | Mein Name sei Zuhausebleibenbein (Scio, ut nescio)

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